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CrossFit Donaugames 2017

Am Samstag fanden das erste Mal die CrossFit Donaugames statt, die von CrossFit Donauwerft ins Leben gerufen wurden. Ich war als Fotograf in Krems vor Ort und möchte euch meine Eindrücke schildern, über den Modus und den Ablauf des Bewerbes, aber auch über die Dinge, die man verbessern könnte.

Die Donaugames sind ein Bewerb für gemischte Teams, bestehend aus einem Mann und einer Frau. Diese treten in verschiedenen „WODs“ (Workout Of the Day) gegen andere Duos an. Da insgesamt 36 Teams angemeldet waren, wurden diese in sechs 6er Gruppen – sogenannte „Heats“ aufgeteilt. Nachdem alle Heats ein WOD beendet haben, werden die Ergebnisse eingetragen und verglichen. Es spielt dabei keine große Rolle, ob man erster oder letzter in seiner Gruppe geworden ist, denn der letzte in einer starken Gruppe kann noch immer eine insgesamt bessere Leistung abgeliefert haben, als der erste in einer schwachen Gruppe und vice versa. Die ersten vier WODs müssen von allen Teams bewältigt werden, danach kommen die zehn besten ins Halbfinale und die letzten fünf bestreiten das Finale.

Kommen wir nun zu den einzelnen Workouts…

WOD1 & 2: Schwimmen und Rudern

Das erste Workout fand in der Badarena Krems statt, die nur wenige hundert Meter von der Box der CrossFit Donauwerft entfernt ist. Ein Partner musste 400m Schwimmen (Stil frei wählbar), während der andere am Rudergerät so viele kCal wie möglich ruderte. Es wäre auch erlaubt gewesen sich abzuwechseln, aber die meisten Athleten verzichteten darauf, da der Wechsel zu viel Zeit gekostet hätte.

Dieser Bewerb war wirklich super und Schwimmen sollte ein fixer Bestandteil der Donaugames bleiben, aber dennoch gibt es hier ein kleines Manko. Der Bewerb wurde wohl vom Schwimmbad an seine Gäste nicht sehr gut kommuniziert. Einige Besucher der Anlage fühlten sich durch die Athleten vertrieben. Der Wettkampf im Wasser dauerte maximal 1,5 Stunden, also war für die Badegäste die Hälfte des großen Sportbeckens bald wieder benützbar.

Wie begeistere ich die Leute für CrossFit?

Der Modus hat die Zuschauer leider nicht wirklich mit ins Boot geholt. Für einen Außenstehenden war es nicht ersichtlich um was es geht, denn der eigentliche Wert um den es ging, befand sich auf einem kleinen quadratischen Display am Rudergerät. Bei allen Bewerben, die in der Öffentlichkeit stattfinden, sollte man einen Modus wählen, der für die Zuschauer leicht verständlich ist. 50m Schwimmen, abklatschen Handstand-Walk, Lunges etc… machen…wieder abklatschen weiter Schwimmen. So sieht man als nicht CrossFit-affiner Mensch, dass es sich hierbei um eine Art Wettrennen handelt und kann eher mitfiebern und anfeuern.

WOD3: das Unschaffbare

Bei Workout Nummer Drei haben die Veranstalter wohl etwas die Fähigkeiten der Athleten überschätzt, denn selbst die späteren Sieger konnten hier keine zwei Runden bewältigen. Eine Runde bestand aus 30 Wallballs, 30 Burpee Box Jumps, 400m Tweak Grip Walk, 30 Overhead Lunges und 30 American Kettlebell Swings. Aber ich schätze die Coaches haben daraus ihre Lehren gezogen und werden für nächstes Jahr ein angepassteres Workout präsentieren.

WOD4: Rekorde müssen fallen

Das letzte Workout für alle Teilnehmer lieferte für viele Athleten neue persönliche Rekorde, aber auch das „Play of the Day“. Bei Clean & Jerk geht es darum ein Gewicht vom Boden aufzuheben und es dann in einem zweiten Schritt über den Kopf zu bringen und dort 2 Sekunden zu halten. Bei jeder Station wird das Gewicht schwerer und der Versuch gilt nur dann als erfolgreich geschafft, wenn beide aus dem Team gleichzeitig ihr Gewicht 2 Sekunden über Kopf halten. Für viele Athleten war es der Tag ihrer persönlichen Rekorde.

Play of the Day

Das Highlight des Tages lieferte das Team Joelfit, bestehend aus Elke Zettel und Johannes Kefer. Während Johannes es schaffte 110kg über den Kopf zu stemmen, scheiterte seine Partnerin zweimals. Er wusste, dass er das Gewicht so lange oben halten muss, bis sie es schafft, also biss er unglaublich über 30 Sekunden lang durch und hielt unter größter Anstrengung das Gewicht. Alle Zuschauer feuerten ihn an und das gab ihm Kraft, denn sein ganzer Körper zitterte schon. Für ihn musste es sich wie Stunden angefühlt haben und als Elke es endlich geschafft hat ihr Gewicht oben zu halten, ließen beide einen Schrei aus, der durch die Box hallte.

WOD5: Synchron-CrossFitting

Die besten 10 Teams durften sich im Semifinale an einem sehr speziellen Modus versuchen. Beide Teampartner mussten ihre Übungen (mehr oder weniger) synchron durchführen. Auf dem Programm standen Thruster, Burpees, Toes2Bars, Burpees und wieder Thruster. Für eine lustige Situation zeigte sich auch ein Team, das nicht damit gerechnet hat es in die Top 10 geschafft zu haben und sich schon für die After-Party frisch gemacht hat. Tja, da mussten sie wohl oder übel wieder zurück in die verschwitzte Trainings-Kleidung. 😉

WOD6: The Final Countdown

Die letzten fünf Teams bestritten dann das Finale im Eliminator-Modus, wobei sich Mann und Frau immer bei den Übungen abwechselte. Drei Runden lang wurde der gleiche Ablauf wiederholt, wobei nach jeder Runde das langsamste Team ausschied. Hier holte sich das Team „Fun Factory“ (Victoria Anelli-Monti und Stephan Schabl) gleich zu Beginn einen immensen Vorsprung heraus, den sie sogar noch ausbauten und sehr deutlich die Donaugames für sich entschieden. Spannender ging es dann im Kampf um den zweiten Platz zu, als sich „YoungStars“ (Julia Weidlinger und Matthias Ebert) gegen „Joelfit“ durchsetzte und den zweiten Platz eroberte.

Final Thoughts

Die Donaugames lieferten eine gelungene Premiere ab und ist mit ihrem Mixed Team Modus der einzige Bewerb dieser Art in Österreich. Es war eine tolle Atmosphäre und ich bin davon überzeugt, dass es nächstes Jahr sogar noch besser wird. Schwimmen möchte ich auf jeden Fall wieder sehen und wenn man den Modus ein klein wenig verändert, dann hat man auch die Leute auf seiner Seite, die mit CrossFit nicht so viel am Hut haben.

Mehr Bilder findet ihr auf meiner Facebook-Seite in dem folgenden Album: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1358678387521401.1073741851.117432731645979&type=1&l=1171bd3ee1